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Urheberrechtsreform

Welche Folgen hat die neue Urheberrechtsreform für das Internet?

In der letzten Zeit haben sich die Medien oft mit diesem Thema beschäftigt. Die Urheberrechtsreform ist immer wieder verschoben worden, da sie die verschiedenen Parteien spaltet. Befürworter sehen eine Chance, dass Verlage und Autoren besser vor der unrechtmäßigen Verbreitung ihrer Texte geschützt sind. Die gegnerischen Reihen bemängeln die gravierenden Einschränkungen, die sich dadurch für das freie Internet ergeben. Aus diesem Grund beleuchten wir in dem heutigen Beitrag das Themenfeld genauer, um Dir eine Einschätzung geben zu können, was mit der Verabschiedung der Reform auf Dich zukommt.

Die grundlegendsten Reformen des Gesetzes

Die Abgeordneten der Europäischen Union wollen das Urheberrecht an die veränderten Nutzungsgewohnheiten der Internetgemeinschaft anpassen. Wissen wird durch die sozialen Medien ungehindert geteilt und die Rechte der ursprünglichen Verfasser werden nicht genug berücksichtigt. Mit der Urheberrechtsreform soll sich dies ändern, indem Suchmaschinen wie Google zum Beispiel nicht mehr ganze Ausschnitte von Presseportalen veröffentlichen dürfen, sondern nur noch einzelne kurze Wörter. News sind dann zum Teil abgeschnitten oder dürfen auf Twitter oder Facebook nicht mehr verbreitet werden. Wer für die unrechtmäßige Veröffentlichung von geschützten Inhalten verantwortlich gemacht wird, bleibt unklar. Sollen die Portale zur Rechenschaft gezogen werden oder ist der einzelne Nutzer der Schuldige?

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Auf jeden Fall schränkt die Reform den einfachen Zugriff auf relevante Inhalte über die Suchmaschinen und die sozialen Medien ein. Verlage könnten außerdem von Google und Co. Geld verlangen, wenn diese ihre Artikel im Newsbereich „anteasern“.

Das wohl größte Ärgernis für die Internetgemeinde stellt der Uploadfilter dar, der für alle Portale verpflichtend wird. Konkret werden vorab Inhalte herausgefiltert, die das Urheberrecht verletzten. Die stellt nicht nur einen enormen technischen Aufwand für die Internetgiganten dar, sondern betrifft auch kleinere Unternehmen. Betroffen sind auch Beiträge, die das Urheberrecht eigentlich nicht mehr verletzten, da der Autor bereits seit Jahren verstorben ist und der Anspruch auf Entschädigungen verjährt ist. Betreiber, die von User-Generated-Content leben, müssen viel Zeit und Geld in die Bereinigung der Inhalte stecken. Was nach der Filterung an Bildern und Texten übrigbleibt, reicht dann vielleicht nicht mehr aus, um einen sinnvollen Betrieb aufrechtzuerhalten.

Die Zensur des Internets?

Die massive Herausfilterung von Texten führt zu einer Einschränkung des freien Zugriffs auf Informationen. Maschinen entscheiden, welche Inhalte Du sehen kannst und auf welche Du verzichten musst. Die Zensur bezieht sich in diesem Fall auf urheber-relevante Inhalte, die im Wissensbestand des Internets fehlen werden. Dabei sind die Urheber selbst von diesen Einschränkungen betroffen. Musiker beklagen oft, dass sie zum Beispiel auf YouTube ihre eigenen Inhalte nicht mehr veröffentlichen dürfen, da diese unter das Urheberrecht fallen. Sie können dadurch ihre eigenen Beiträge der Öffentlichkeit nicht mehr präsentieren und selbst entscheiden, was sie teilen möchten oder nicht.

Die Urheberrechtsreform ist ein guter Ansatz, um die Rechte der Autoren gegenüber den Internetgiganten zu stärken. Jeder möchte schließlich für seine Arbeit belohnt werden und ärgert sich über die unrechtmäßige Nutzung der Inhalte. Eine Reform sollte jedoch beide Parteien berücksichtigen und an einen Tisch bringen. Nur auf diese Weise kann es eine sinnvolle Einigung geben, ohne dass es zu Demonstrationen und Protesten kommt. Der Internetnutzer selbst hat wenig von der Einführung der Reformen und für ihn ist es noch umständlicher, auf wichtige Inhalte zurückzugreifen.

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Was wäre der bessere Weg gewesen?

Seit langer Zeit sprechen Experten von der Einführung einer Kulturabgabe, die bei jedem Bürger erhoben wird. Sie gilt nicht nur für redaktionelle Inhalte, sondern auch für Musik, Bilder und Videos. Durch diese zusätzliche Abgabe würden sich die Streitigkeiten erübrigen und ein sinnvoller Ausgleich für die Urheber geschaffen. Allerdings ergibt sich an dieser Stelle die Frage, inwieweit die Bevölkerung diese Steuer mittragen würde. Wir sind es gewohnt, Wissen aus dem Internet zu konsumieren, ohne dafür bezahlen zu müssen. Deshalb ist eine transparente Aufklärung nötig, um die Wichtigkeit dieser Steuer zu verdeutlichen. Die zweite Lösung besteht darin, dass sich die Verlage und die großen Portale endlich zusammensetzen und sich auf eine einheitliche Vergütung und ein gemeinsames Vorgehen einigen. Die Ausgestaltung bzw. Umsetzung des Urheberrechts kann nicht auf Kosten unserer Wissensgesellschaft und jedes Einzelnen gehen. Viele Beispiele aus anderen Ländern zeigen, welchen Weg eine massive Zensur gehen kann. Das Internet und die dazugehörigen Inhalte lassen sich nicht so einfach kontrollieren und es gibt immer Werkzeuge und Mittel, auf die benötigten Inhalte zuzugreifen. Wie genau die Einhaltung der Urheberrechtsreform funktionieren soll, darüber streiten sich die jeweiligen Parteien. Was soll zum Beispiel mit älteren Inhalten geschehen, die überall im Internet verteilt sind? Wie gehen die Behörden gegen Portale vor, die sich außerhalb des regulären Internets bewegen? All das sind Fragen, die die Urheberrechtsreform mitberücksichtigen muss. Die Vergangenheit hat gezeigt, wie schwierig es ist, bestehende Inhalte aus dem Internet zu löschen. Für die User besteht außerdem eine große Unsicherheit, welche Texte noch geteilt werden dürfen und welche nicht. Unsere Gesellschaft hat sich aber nur durch die Weitergabe von Wissen zu dem entwickelt, was sie heute ist. Das dürfen wir bei all den gesetzlichen Vorgaben nicht vergessen.

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